SPGIntercityTALK vom 4. April 2019: Das Restaurant als Mieter

«Der Erfolg des Restaurants ist auch im Interesse des Vermieters»

Durch die Digitalisierung verlieren klassische Ladenflächen an Bedeutung und bleiben häufiger ungenutzt. Die Gastronomie kann diese Lücken teilweise füllen – mit durchdachten Konzepten und gemischter Nutzung. Am SPGIntercityTALK gewährten zwei erfahrene Vertreter von Gastronomiekonzepten wertvolle Einblicke in ihre Branche.

Der Online-Handel boomt, Konsumenten bestellen Produkte des täglichen Gebrauchs zunehmend von der warmen Stube aus. So hat sich der Detailhandel immer mehr von der realen Welt in die virtuelle verschoben. Das dadurch verursachte Ladensterben hat in den letzten Jahren viele ungenutzte Gewerberäume hinterlassen.

Je nach Lage wird es für Vermieter deshalb zunehmend schwieriger, geeignete Neumieter für ihre Ladenflächen zu finden. Es muss aber nicht: Das Gastgewerbe ist eine spannende Alternative, um die Flächen neu zu besetzen. Doch auch dieser Markt ist hart umkämpft. SPG Intercity Zurich hat daher die erfahrenen Gastronomievertreter William Kirwin (CIP Management AG) und Roman Hassler (Two Spice AG) als Referenten an den SPGIntercityTALK vom 4. April 2019 eingeladen. Sie gewährten dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und lieferten wertvolle Informationen für die Immobilienbranche. Denn wie William Kirwin sagte: «Für uns Gastronomen ist ein gutes Verhältnis zum Vermieter sehr wertvoll. Wir streben stets eine enge und persönliche Zusammenarbeit an.»

Auf Trends schnell reagieren

William Kirwin und Roman Hassler betonten in ihrem Referat, wie wichtig ein eigenständiges, zeitgemässes Konzept für Gastrounternehmer ist. Um ein solches umsetzen zu können, müsse eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Doch welche Trends zeichnen sich ab? «Aussenflächen gewinnen weiter an Bedeutung», sagte Roman Hassler. Die Sommer würden wärmer und niederschlagsärmer, wodurch das Leben in den Städten zunehmend draussen stattfände. «Der Aussenbereich ist für uns nicht nur Verkaufs-, sondern auch Werbefläche: Nichts verkauft ein Restaurant so gut wie eine volle Terrasse mit zufriedenen Gästen.»
Auch im Innenbereich hat die klassische Dorfbeiz in den meisten Fällen ausgedient. Trends und gefragte Stile wechseln oft, und Erfolgskonzepte gibt es unterschiedliche. «Ob zum Beispiel modern, rustikal oder industriell, hängt von der Lage, dem Gebäude und dem Konzept ab», so William Kirwin. Denkmalgeschütze Gebäude und andere Unikate sind bei Gastronomen genauso beliebt wie flexibel nutzbare und leicht umbaubare Räumlichkeiten. Letztere sind aber einiges einfacher zu bespielen und benötigen generell weniger Investitionen.

Gemischte Nutzung

Ein Trend setzt sich zunehmend durch: das Mixed Use Concept. Es führen dabei die unterschiedlichsten Kombinationen zum Ziel. So lassen sich Gastrobetriebe mit Modeboutiquen oder Bücherläden kombinieren. Die Referenten zeigten am Beispiel Barbour & Parlour in London, wie sich ein Barbier und Coiffeur erfolgreich mit einer Bar kombinieren lässt. Es sei eine spannende Kombination aus essen, trinken und sich entspannen.

Welches Konzept auch immer Gastronomen wählen: Die Immobilie ist laut Roman Hassler und William Kirwin ein wesentlicher Faktor für den Erfolg. Eigentümern und Bewirtschaftern raten sie daher: «Sie sollten ihre Immobilie so gut kennen, dass sie schon beim Scouting durch Gastrounternehmer detailliert Auskunft geben können. Für uns ist zudem wichtig, dass sich Eigentümer proaktiv um das Gebäude und die technische Infrastruktur kümmern, sodass ein Lokal stets ansprechend aussieht. Eine gute Beschilderung ist ebenfalls wichtig – ein Restaurant soll sofort erkennbar sein.»

William Kirwin

William Kirwin ist als Project Manager bei der CIP Management AG für die Expansion und den Bau von neuen Restaurantkonzepten wie B.Good, Stripped Pizza und Beetnut zuständig.

Roman Hassler

Roman Hassler ist als Business Development Manager bei der Two Spice AG für das Wachstum von Konzepten wie Yooji’s, Rice Up!, Yalda und Nooba verantwortlich.

SPGIntercityTALK

Der SPGIntercityTALK ist eine Veranstaltungsreihe der SPG Intercity Zurich AG mit dem Ziel, den Know-how-Transfer in der Immobilienbranche sowie das Networking zu fördern. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Referat zum Thema «Das Restaurant als Mieter» fand am 04. April 2019 im «Au Premier» im Hauptbahnhof Zürich statt.

Vorschau

Der nächste SPGIntercityTALK findet am 20. Juni 2019 statt.

Weitere News zum Thema

Chicorée: neuer Standort in Buchs SG

Im Auftrag der Eigentümerin HIG Immobilien Anlage Stiftung konnte die SPG Intercity Zurich AG in Buchs SG rund 577 m2 an die Chicorée Mode AG vermieten. Das Geschäft wird eröffnet, sobald der aktuelle Lockdown aufgehoben wird.
Zum Artikel

Zug: 733 m2 Bürofläche für ein Pharma-Unternehmen gefunden

Die SPG Intercity Zurich AG hat für ein internationales Pharma-Unternehmen eine rund 733 m2 grosse Bürofläche an der Dammstrasse 21 in Zug gefunden.
Zum Artikel

Rund 1100 m2 am Kornhausplatz Bern an Aldi vermietet

Im Auftrag der Eigentümerin Assetimmo konnte SPG Intercity Zurich eine ca. 1100 m2 grosse, über mehrere Stockwerke verteilte Fläche am Kornhausplatz 7 in Bern vermieten. Neue Mieterin ist die Aldi Suisse AG, die ihre Filiale auf Ende 2021 eröffnen will.
Zum Artikel